Her mit der Marie?! Integral-Umfrage im Auftrag der IMMOBILIENRENDITE AG

Ganz wichtige, aussagekräftige Ergebnisse der Integral-Umfrage unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern zwischen 16 und 75 im Auftrag der IMMOBILIENRENDITE AG. Danke vielmals und Kompliment! (Foto (c) Marcus Deak von Vorstand Mathias Mühlhofer )

Diese Umfrage-Ergebnisse trägt sehr viel dazu bei transparent zu machen, wie es um die Mitte der Gesellschaft wirklich bestellt ist, wie uneinheitlich und widersprüchlich sie denkt. Wie leicht es zu vielen Verantwortlichen in der Politik daher möglich ist, diese Heterogenität der Mitte und die Unübersichtlichkeit (Nicht-Definition) der Mitte auszunützen, um die eigene Politik als Mitte-unterstützend darzustellen und gleichzeitig die einzelnen Untergruppen der Mitte auseinander zu dividieren.

Her mit der Marie?!

59 % sehen sich als Steuerzahler als Dumme, 55 % möchten Wohlhabende mehr belasten und (fast) niemand fühlt sich arm.

Wien, 19. März 2025. Finanzminister Markus Marterbauer ringt um jeden Cent, um das aus dem Ruder gelaufene Budget zu sanieren und EU-Defizitverfahren zu verhindern. Doch wo soll gespart, wer stärker belastet werden? Darüber die gehen die Meinungen weit auseinander. Die Spaltung des Landes in punkto Spitzensteuersatz, Erbschaftssteuer etc. zeigt die aktuelle wie repräsentative Integral-Umfrage unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern zwischen 16 und 75 im Auftrag der IMMOBILIENRENDITE AG.

Sind wir die Dummen?
Es ist DAS ewige Streitthema von Stammtischen und selbst Freundesrunden: Sind hart (und in Vollzeit) arbeitende Menschen in Österreich die Dummen, weil sie am meisten Steuern berappen müssen? 59 Prozent der von Integral Befragten schließen sich sehr oder eher dieser Meinung an, besonders Angehörige der unteren Mittelschicht (Anm.: soziale Schicht berechnet aus Haushalts Einkommen, Bildung und Beruf). Leistung lohnt sich in Österreich also nicht mehr. Fast ebenso viele sind hingegen der konträren Ansicht. 55 Prozent möchten noch mehr Geld umverteilen, vermutlich von anderen zu ihnen selbst. Nach dem Motto, wer mehr hat, kann auch mehr zum Allgemeinwohl beitragen, in Form höherer Steuern. Beliebt ist der Ansatz vor allem bei Männern.

77 % würden Luxusgüter höher besteuern
In punkto Budgetsanierung machen die Befragten Finanzminister Marterbauer folgende Vorschläge: 77 Prozent möchten das Finanzloch durch höhere Steuern auf Luxusgüter wie Sportwagen, Kaviar und Privatjets stopfen. Zahlen sollen bitte andere, lautet die Devise, ganz besonders bei den Älteren zwischen 50 und 75, Steirerinnen und Steirern sowie Kärntnerinnen und Kärntnern. 63 Prozent wünschen sich die höhere Besteuerung von Konzernen. 62 Prozent die Mehrbelastung von Stiftungen, vor allem Menschen zwischen 50 und 75 sowie aus der stark besteuerten mittleren
Mittelschicht. Und 58 Prozent träumen von einem (noch) höheren Spitzensteuersatz für Vielverdienerinnen und -Verdiener, vor allem Ältere zwischen 50 und 75.

Verpflichtende Einkommens- beziehungsweise Vermögens-Obergrenzen für Superreiche befürworten immerhin 55 Prozent, vor allem Menschen zwischen 50 und 75. Die vieldiskutierte Vermögenssteuer 51 Prozent. Und ebenso viele die Zweitwohnsitzabgabe, vor allem Männer, Tirolerinnen und Tiroler sowie Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Im Gegensatz dazu sind aber nur 30 Prozent für eine Erbschaftssteuer. Einen Solidaritätsbeitrag für alle Einkommen nach dem Vorbild Deutschlands wünschen sich lediglich 27 Prozent.

Markus Kitz-Augenhammer, Vorstand der IMMOBILIEN RENDITE AG: „Die Zahlen belegen, dass Neid auf Menschen, die mehr haben, in Österreich weitverbreitet ist. Statt Steuersenkungen zu fordern, um Eigentum aufbauen zu können, ruft ein Großteil der Befragten nach der einfachen Problemlösung, der Mehrbelastung anderer. Nach dem
Motto, sparen ja, aber bitte nicht bei mir.“

Nur für 34 % stimmt Preis-Leistungsverhältnis des Staats
Trotz hoher Steuerbelastung betrachten aber nur 34 Prozent der Befragten Österreich als lebenswertes Land, weil das Beamtenheer seine Aufgaben gut erfülle und das Steuergeld hier gut investiert wäre, Stichwort öffentliche Schulen, geförderter Wohnbau, medizinische Versorgung, Straßen etc. Die triste Einschätzung, dass mit dem Preis-Leistungsverhältnis etwas nicht stimmt, vertreten vor allem Personen aus der unteren Mittelschicht. Die Oberschicht ist am unkritischsten. Ein Armutszeugnis für Bund, Länder und die neue Dreierkoalition, die personell zu den größten in der Geschichte der Republik zählt.

Nur was tun? Privatier werden?
Das Ziel von einem Leben auf Basis passiver Einkünfte aus Zinsen, Investments und Mieteinnahmen haben 24 Prozent der Befragten, vor allem Männer, 16- bis 49 Jährige und Menschen aus der unteren Mittelschicht. Die Kapitalflucht aus Österreich und die Gründung einer Stiftung im Ausland erwägen immerhin 24 Prozent, interessanterweise vor allem
Personen aus prekären Verhältnissen. Und die Auswanderung, wenn das hierzulande so weitergeht, immerhin 21 Prozent, vor allem 16- bis 29-Jährige, Menschen aus der Mittelschicht und prekären Verhältnissen. Letztere stellen sich so wohl ein finanziell sorgenfreies Leben vor. Hingegen wünschen sich nur 17 Prozent, dass Grund- und Wohnungseigentümer jene unterstützen sollen, die nichts davon besitzen. Dieser Meinung sind verstärkt Wienerinnen und Wiener, Unter-30 Jährige sowie Personen aus prekären Verhältnissen.

Michael Rajtora, Vorstand der IMMOBILIEN RENDITE AG: „Aus den Zahlen geht eindeutig hervor, dass sich Menschen aus allen Schichten etwas aufbauen möchten, viele das aber hierzulande nicht können. Ein Auftrag an die Politik, endlich die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Alle meinen, der Mittelschicht anzugehören
Mit sozialwissenschaftlichen Methoden wurden die repräsentativ befragten Österreicherinnen und Österreicher mit Hilfe von Faktoren wie Haushaltseinkommen, Bildung und Beruf in die Gruppen Ober-, Mittel- und Unterschicht eingeteilt. Zusätzlich wurden sie nach ihrer Selbsteinschätzung befragt. Dabei sah sich fast niemand selbst als reich an (1 Prozent Selbsteinschätzung bei 10 Prozent aus der tatsächlichen Oberschicht). Der Großteil der Reichen reiht sich in die Mittelschicht ein (90 Prozent). Bei Menschen aus prekären Verhältnissen das gleiche Bild: Nur 4 Prozent der Befragten
beurteilen sich als arm, doch in Wirklichkeit sind es 9 Prozent. Der Großteil der Armen (77 Prozent) sieht sich als Angehörige der Mittelschicht. Übrigens sind nur 1 Prozent der befragten Männer tatsächlich arm, aber 6 Prozent der Frauen.

Die falsche Selbsteinschätzung in punkto Geld ist für Petra Starecek, Studienleiterin von Integral, keine große Überraschung. „In den Daten sehen wir stets eine große Diskrepanz zwischen subjektiver Einschätzung und objektiver Berechnung. Viele Befragte wollen der Mittelschicht angehören, auch wenn sie sich nach objektiven Kriterien darüber oder darunter befinden.“ Auch für Mathias Mühlhofer, Vorstand der IMMOBILIENRENDITE AG, ist der kleine Selbstbetrug ein Klassiker: „Nur 9 Prozent der Angehörigen der Oberschicht sehen sich tatsächlich als Zugehörige
der Klasse an. Auch umgekehrt verorten sich nur 22 Prozent der Menschen aus prekären Verhältnissen tatsächlich hier.“ Österreichs Reiche betrachten sich, im Hinblick auf Wohlhabendere, als Mittelschicht. Und Arme blicken auf noch Ärmere und reihen sich in der Mitte der Gesellschaft ein. „Hat die Umverteilung also funktioniert?“, so Mühlhofer nachdenklich, „Oder wollen sich Menschen ihre Stellung in der Gesellschaft nur nicht eingestehen?“


INFO über die IMMOBILIENRENDITE AG

Die IMMOBILIENRENDITE AG mit Sitz in Wien schafft dank innovativer Lösungen Mehrwert im
Immobilienbereich – seit 15 Jahren. Die Vorstände – Mathias Mühlhofer, Markus Kitz-Augenhammer &
Michael Rajtora – haben langjährige Erfahrung & Know-how in den Bereichen Immobiliensuche, -Verwertung
& -Sanierung. Mit Blick auf künftige Nutzer erwirbt die IMMOBILIENRENDITE AG attraktive Immobilien in
Österreich, saniert sie nachhaltig und behutsam und verkauft oder vermietet sie weiter. Die Anlageobjekte
sind breit gestreut – vom Büro bis zur Mietwohnung, vom Luxus-Domizil bis zur Lagerfläche.


KONTAKT zu IMMOBILIENRENDITE AG

Hollandstrasse 14 – Top 101
1020 Wien
Tel: +43/1/479 7053
www.immobilienrendite.at

 

Zusätzliche Anmerkung von Wolfgang Lusak:

„Alleine schon, wie unpräzise mit den Bezeichnungen Mitte, Mitte der Gesellschaft, Mittelstand (eher der unternehmerische Mittelstand) und Mittelschicht (eher die angestellte Mittelschicht) von zu vielen in der Politik umgegangen wird, zeigt wie sehr dort manche der Versuchung erliegen, in dieser Diffusität für sich politisches Kleingeld herauszuschlagen, sprich: mit Schlagworten zu ködern, statt Leistung für den Staat wirklich zu belohnen. Die wichtigste Frage, die aus meiner Sicht nach dieser IMMORENDITE-Integral-Umfrage zu stellen ist: Was kann man wirklich dafür tun, dass die aus unserer gesellschaftlichen Mitte kommenden zentralen Leistungsträger des Staates sich wieder endlich eine Existenz aufbauen können und damit den gesamten Staat voranzubringen?

Die Lobby der Mitte macht mit ihren bisher (seit 2008) schon 10 Durchgängen des repräsentativen MITTELSTAND-Barometer deutlich, wie man Mitte als Wertegemeinschaft definieren kann, welche ungeheuren Benachteiligungen, aber auch welche grandiose Wertschätzung diese Mitte erfährt, siehe Bericht MITTELSTANDSBAROMETER 2024 (10. Welle)  in dem unter Frage 14 (ab Seite 18) den „HINDERNISSE UND BARRIEREN FÜR EIGENTUM BEIM WOHNEN“, also den Problemen der Vollzeit arbeitenden Mittelschicht nachgegangen wird. Die Konsequenzen daraus sind hier zusammengefasst: https://www.lobbydermitte.at/2025/03/20/mitte-umworben-aber-verschaukelt-2/